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Cover: Detektiv Maxim und der Wilde Jäger bei Nickelsdorf — Das Getöse in der Sommernacht

Sachbuch

Detektiv Maxim und der Wilde Jäger bei Nickelsdorf — Das Getöse in der Sommernacht

Mit KI erzeugt
Geschichte & GesellschaftKinderAb 10 Jahrenca. 41 Min.

Als Maxim in der ersten Nacht im Ferienlager auf dem alten Rittergut Nickelsdorf aus dem Schlaf gerissen wird, flüstert sein Freund Oskar von einem geisterhaften Jäger auf einem Schimmel, der mit lärmendem Hundegefolge durch die Nächte des Holzlandes reiten soll. Steckt hinter dem unheimlichen Getöse wirklich eine uralte Sage — und wenn ja, was wollten die Menschen damals damit eigentlich sagen? Maxim greift zu Notizbuch und Lupe und nimmt den Fall an.

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Titelsong

Kapitel 1 von 2 · gesamt 0:00 / 5:24

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Tempo
Schlummer

Kapitel

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Zum Mitlesen: Nachtlärm über dem Dreiseitenhof

Manche Abenteuer beginnen mit einem Koffer voller Sand in den Schuhen. Meines begann genau so. Ich war gerade aus Kroatien zurück, wo ich zwei Wochen lang Muscheln gesammelt und mir die Nase verbrannt hatte, und nun standen noch ein paar Sommerferien-Tage vor mir wie ein unbeschriebenes Blatt. Meine Eltern hatten mich für die letzte Ferienwoche in ein Ferienlager gebracht, mitten in Thüringen, auf einem alten Hof, der einen Namen trug wie aus einem Geschichtsbuch: das Rittergut Nickelsdorf.

Vielleicht sollte ich mich kurz vorstellen. Man nennt mich Detektiv Maxim. Ich bin elf Jahre alt, habe kurzes, dunkelbraunes Haar, das nie so richtig liegen will, und ein paar Sommersprossen auf der Nase, die im Urlaub deutlich mehr geworden waren. Meinen sandfarbenen Trenchcoat trage ich fast immer, selbst wenn es warm ist, dazu meine abgewetzte Umhängetasche mit Notizbuch und Lupe. Und um den Hals baumelt an einer Kordel meine kleine runde Detektiv-Lupe. Ein Bleistift steckt hinter meinem Ohr, für den Fall der Fälle. Denn ein Fall, das lernte ich früh, kann jederzeit auftauchen.

Was niemand im Lager wusste: In meiner Umhängetasche reiste ein blinder Passagier mit. Ein kleines, rotbraunes Eichhörnchen mit buschigem Schwanz, hellem Bauch und pinselartigen Ohrbüscheln. Sein Name ist Nuss, und seine dunklen Knopfaugen entgehen keiner Kleinigkeit. Nuss stammt aus dem Holzland, dieser waldreichen Gegend rings um den Hof, und er hatte sich einfach nicht davon abbringen lassen, mich zu begleiten. Ich hatte ihm streng erklärt, dass Tiere im Lager eigentlich nicht erlaubt seien. Er hatte mich angeschaut, mit den Ohren gewackelt und war in die Tasche geklettert. [laughs softly] Diskussion beendet.

Das Rittergut war ein Dreiseitenhof, also ein Bauernhof, bei dem die Gebäude an drei Seiten einen großen Innenhof umschließen. Er stand hier schon seit ungefähr vierhundert Jahren. Die Mauern waren dick, das Holz der Scheunentore dunkel und rissig, und überall roch es nach warmem Stroh, nach Wiese und nach altem Stein. Ringsum lagen Wälder und Wiesen, und irgendwo im Tal, das hörte ich gleich am ersten Abend, rauschte ein Bach. Es war einer jener Orte, an denen man das Gefühl hat, die Wände könnten Geschichten erzählen, wenn man nur genau genug hinhörte.

In der ersten Nacht hörte ich sie tatsächlich.

Ich war gerade eingeschlafen, tief und fest, als mich etwas hochriss. Ein fernes Getöse rollte über den Hof, dumpf und grollend, als würde in der Ferne etwas Riesiges über die Erde ziehen. Dann ein Bellen. Hundegebell, viele Hunde, so klang es, mal näher, mal weiter weg. Und darüber, wie ein Schleier, ein seltsames Rauschen, das ich nicht zuordnen konnte. Im Zimmer setzten sich die anderen Kinder auf. Ich hörte, wie jemand nach der Taschenlampe tastete.

Neben mir raschelte es. Mein Ferienfreund Oskar beugte sich zu mir herüber. Oskar ist ungefähr in meinem Alter, hat strohblondes, kurz geschnittenes Haar und eine Zahnlücke, die man sogar im Dunkeln zu ahnen glaubt, weil er ständig grinst. Um den Hals trug er stolz seine Stirnlampe, die er nie aufsetzte, sondern immer nur baumeln ließ. Doch jetzt grinste er nicht.

„Hörst du das?", [whispers] flüsterte er. „Die anderen sagen, das ist er. Der Wilde Jäger."

„Der wilde was?", flüsterte ich zurück.

„Der Wilde Jäger von Nickelsdorf", raunte Oskar. „Eine uralte Sage. Ein Geisterjäger reitet nachts durch die Wälder, mit einer ganzen Meute lärmender Hunde. Und wer ihm begegnet, dem soll etwas Schlimmes passieren."

In meiner Tasche spürte ich, wie Nuss den Kopf hob und die Ohren aufstellte. Draußen rollte das Getöse noch einmal heran und verebbte dann langsam in der Dunkelheit.

Ich lag wach und lauschte. [pauses] Ein Geisterjäger? Daran glaubte ich keine Sekunde. Aber irgendetwas machte dieses Geräusch, das war sicher. Und ich beschloss noch in derselben Nacht, es herauszufinden. Am nächsten Morgen würde ich mit meinem Notizbuch beginnen — bei der Sage selbst.

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