LauschstundeKostenlos anmelden
Cover: Die Frau, die zweimal verschwand

Krimi

Die Frau, die zweimal verschwand

Mit KI erzeugt
True Crimeca. 34 Min.

Als Jonas Adler seine Frau Marlene als vermisst meldet, findet Ermittlerin Katharina Voß ein ordentliches Reihenhaus, keine Spur von Gewalt – und eine Stille, die lauter schreit als jeder Tatort. Je tiefer sie in Marlenes Vergangenheit vordringt, desto mehr bröckelt das Bild einer ganz normalen Vorortfrau. Wer war diese Frau wirklich, und wovor hatte sie sich all die Jahre versteckt?

Kostenlos reinhören: Die Leerstelle

Die Leerstelle

Kapitel 1 von 1 · gesamt 0:00 / 4:15

0:004:15
Tempo
Schlummer

So geht die Geschichte weiter …

Noch ca. 30 Minuten warten auf dich. Registrier dich kostenlos und hör diese und alle anderen Geschichten in voller Länge — ohne Abo, ohne Kreditkarte.

Kostenlos registrieren & weiterhören

Zum Mitlesen: Die Leerstelle

Es gibt Straßen, in denen nie etwas geschieht, und gerade darin liegt ihre Unruhe. Die Ahornallee in Grünheim war so eine Straße. Reihenhäuser mit gepflegten Vorgärten standen Schulter an Schulter, die Mülltonnen ordentlich an den Rand gestellt, die Gardinen frisch gewaschen. An diesem Morgen im Oktober hing ein grauer Himmel über den Dächern, tief und regungslos, als hätte jemand den Tag mit einem feuchten Tuch verwischt. Das Laub lag nass auf dem Gehweg und klebte an den Sohlen.

Katharina Voß parkte ihren Wagen vor der Hausnummer siebzehn und blieb einen Moment sitzen. [sighs] Sie war neunundvierzig Jahre alt, mittelgroß, und ihr dunkelblondes, schulterlanges Haar hatte sie an diesem Morgen zu einem lockeren Zopf gebunden. Über einer schlichten weißen Bluse trug sie ihren grauen Blazer, dazu flache braune Lederschuhe, und über der linken Augenbraue zog sich eine feine, alte Narbe. Sie hatte schon viele Häuser betreten, in denen jemand fehlte. Sie wusste, dass die Abwesenheit eines Menschen einen eigenen Klang hat.

Jonas Adler öffnete, noch bevor sie klingeln konnte. Er war sechsundvierzig, kräftig gebaut, das kurze Haar graumeliert, die Haut gebräunt, als käme er gerade aus dem Urlaub. Er trug ein kariertes Hemd unter einer sportlichen Fleecejacke, und an seiner rechten Hand saß ein breiter Ehering. Seine Augen waren gerötet.

„Sie sind von der Polizei?", fragte er, und seine Stimme trug jene brüchige Höflichkeit, die Menschen an sich haben, wenn sie zwei Nächte kaum geschlafen haben. „Kommen Sie herein. Bitte."

Der Flur roch nach Bohnerwachs und kaltem Kaffee. Katharina folgte ihm ins Wohnzimmer und ließ ihren Blick langsam über die Dinge gleiten. Alles war an seinem Platz. Die Sofakissen standen ordentlich in der Ecke, die Zeitschriften lagen gefächert auf dem Couchtisch, an der Wand hingen gerahmte Fotos. Auf einem sah sie Marlene Adler: dreiundvierzig Jahre alt, schmal, mit glattem kastanienbraunem Haar, streng zu einem Bob geschnitten, blass und ernst, in einem dunklen Rollkragenpullover. Sie lächelte nicht ganz. Etwas an diesem Lächeln blieb zurückhaltend, als hätte die Frau gelernt, sich nicht zu weit vorzuwagen.

„Erzählen Sie mir, was passiert ist", sagte Katharina und setzte sich, ohne dass man sie darum gebeten hatte.

Jonas rieb sich die Hände. Am Dienstagmorgen sei Marlene wie immer aufgestanden, habe Kaffee getrunken, das Haus verlassen. Er habe gedacht, sie sei einkaufen, dann bei einer Freundin, dann irgendwo. Erst am Abend habe er sich gewundert. Am Mittwoch habe er herumtelefoniert. Am Donnerstag sei er zur Wache gegangen.

„Warum haben Sie zwei Tage gewartet?", fragte Katharina ruhig.

Er zögerte. „Weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass sie einfach so … geht."

Katharina notierte das Wort geht. Nicht verschwindet, nicht verunglückt. Geht.

Sie bat darum, sich umsehen zu dürfen. Im Schlafzimmer war das Bett gemacht. Der Kleiderschrank war halb leer, doch das konnte alles bedeuten. Auf dem Nachttisch lag kein Zettel, keine Abschiedsnachricht, kein hingekritzeltes Wort. Im Bad standen zwei Zahnbürsten. Eine Handtasche fehlte, sagte Jonas, und ein Mantel, der beige Trenchcoat, den sie so gern trug. Nirgendwo eine umgestoßene Vase, kein Splitter, kein Kratzer im Lack. Keine Anzeichen von Gewalt.

Und doch spürte Katharina, wie sich in ihr etwas verhakte. [pauses] Ein Haus, in dem jemand gewaltsam verschwindet, hinterlässt Chaos. Ein Haus, in dem jemand freiwillig geht, hinterlässt eine Nachricht. Dieses Haus hinterließ nichts. Nur diese makellose, funktionale Ordnung, die plötzlich zu sauber wirkte, zu bewusst, wie eine Bühne, von der die Hauptdarstellerin sich leise davongestohlen hatte.

„Kannten Sie die Freundinnen Ihrer Frau?", fragte sie im Hinausgehen.

Jonas Adler sah sie an, und für einen Augenblick lag in seinem Gesicht eine Ratlosigkeit, die tiefer ging als Trauer. [whispers] „Ich dachte, ich kenne sie", sagte er leise.

Katharina schloss ihr Notizbuch. Draußen fiel der erste feine Regen. Sie wusste noch nicht, dass die eigentliche Frage nicht lautete, wohin Marlene Adler gegangen war — sondern, wer sie überhaupt gewesen war.

… weiterlesen und weiterhören nach der kostenlosen Registrierung.

Oder erschaffe deine eigene Geschichte

Wie „Die Frau, die zweimal verschwand“, nur ganz nach deinem Geschmack — du sagst, worauf du Lust hast, den Rest machen wir.

Jetzt erstellen