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Cover: Detektiv Maxim und die spukenden Tiere an der Jakobseiche — Das Geheimnis im Wald von Saasa

Sachbuch

Detektiv Maxim und die spukenden Tiere an der Jakobseiche — Das Geheimnis im Wald von Saasa

Mit KI erzeugt
Geschichte & GesellschaftKinderAb 10 Jahrenca. 39 Min.

Im Wald bei Saasa soll an einer uralten Eiche seit Jahrhunderten etwas Seltsames geschehen: Wanderer berichteten von leuchtenden Augen, lautlosen Schatten und Tieren, die kein Mensch je zuvor gesehen hatte. Detektiv Maxim und sein Eichhörnchen Nuss machen sich auf die Suche — und stoßen dabei auf ein Geheimnis, das tiefer in den Wald führt, als sie dachten.

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Titelsong

Kapitel 1 von 2 · gesamt 0:00 / 5:20

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Zum Mitlesen: Kirschen, Sonne und ein Sprung im Unterholz

Es gibt Tage, die schmecken nach Sommer, noch bevor man überhaupt etwas gegessen hat. Dieser Tag war so einer. Die Sonne stand hoch über Eisenberg in Thüringen, die Luft roch nach warmem Gras und Harz, und ich, Maxim, stapfte einen schmalen Feldweg entlang, der zum Ortsteil Saasa führte. Über meinem karierten Hemd trug ich meinen sandfarbenen Trenchcoat, obwohl es dafür fast zu heiß war, aber ein Detektiv trennt sich eben ungern von seinem Mantel. In meiner abgewetzten Umhängetasche klimperten Notizbuch und Lupe, hinter meinem Ohr steckte ein Bleistift, und um meinen Hals baumelte an einer Kordel meine kleine runde Detektiv-Lupe.

Neben mir, oder besser gesagt über mir, turnte Nuss. Nuss ist ein Eichhörnchen mit rotbraunem Fell, buschigem Schwanz und dunklen Knopfaugen, die alles sehen, wirklich alles. Mal saß er auf einem Zaunpfahl, mal huschte er einen Baumstamm hinauf, immer eine Nasenlänge voraus. Wenn ich langsamer wurde, drehte er sich um und sah mich an, als wollte er sagen: Nun komm schon, die Kirschen warten nicht.

Und Kirschen gab es an diesem Tag reichlich. Wir waren nämlich bei Stefan eingeladen, einem Bekannten von mir, der ganz in der Nähe des Waldes von Saasa einen kleinen Schrebergarten besitzt. Stefan ist ein freundlicher älterer Mann mit kräftigen Schultern und wettergegerbten Händen, die aussehen, als hätten sie schon tausend Bäume gepflanzt. Sein graumeliertes Haar trägt er kurz, dazu eine abgewetzte grüne Gartenschürze über dem karierten Hemd und einen breiten Strohhut, der ihm Schatten ins Gesicht wirft. Als wir durch das quietschende Gartentor traten, winkte er uns mit einem großen Lachen zu.

„Da seid ihr ja endlich", rief er. „Der Baum biegt sich schon."

Und tatsächlich, der alte Kirschbaum in der Ecke des Gartens hing voller dunkelroter Früchte, die in der Sonne glänzten wie kleine polierte Knöpfe. Stefan hatte eine hölzerne Leiter angelehnt, und schon bald steckten wir mitten in der Ernte. Ich kletterte hinauf und pflückte, Stefan reichte mir Eimer, und Nuss, tja, Nuss hatte seine eigene Methode. Er flitzte durch die Äste, schnappte sich die schönste Kirsche weit und breit und knabberte sie mit einer Frechheit, die ihresgleichen suchte. Manchmal ließ er einen Kern fallen, der mir haarscharf an der Nase vorbeisegelte, und Stefan lachte jedes Mal so herzlich, dass die ganze Leiter wackelte.

„Pass auf, kleiner Räuber", rief er nach oben, „sonst bleibt für uns nichts übrig."

Es war einer dieser vollkommen zufriedenen Nachmittage. Die Bienen brummten, irgendwo zirpte eine Grille, und der Eimer füllte sich langsam mit süßen Früchten. Von meinem Platz oben auf der Leiter konnte ich weit blicken, über den Zaun hinweg, über eine sonnige Wiese, bis dorthin, wo der Garten aufhörte und der Wald begann. Dort standen die Bäume dicht an dicht, dunkel und kühl, ein grünes Dickicht, in das die Sonne nur in einzelnen Streifen hineinfiel.

Und genau in diesem Moment sah ich es.

Zwischen den Stämmen, am Rand des Waldes, bewegte sich etwas. Zuerst dachte ich, ein Ast schwankt im Wind. Doch dann setzte es zu einem Sprung an, leicht und lautlos, ein schlanker brauner Körper, feine Beine, ein weißer Fleck, der kurz aufblitzte. Ein junges Reh. Es sprang durch das Unterholz, verharrte einen Herzschlag lang, hob den Kopf, als lauschte es, und war im nächsten Augenblick verschwunden, als hätte der Wald es einfach verschluckt.

[breathes]

Ich blieb wie angewurzelt auf der Leiter stehen, eine Kirsche noch zwischen den Fingern. Nuss hörte auf zu knabbern und starrte in dieselbe Richtung. Irgendetwas an diesem Sprung, an dem plötzlichen Auftauchen und Verschwinden, ließ mich nicht los. So schnell, so leise, fast wie ein Schatten, der lebendig geworden war.

„Stefan", sagte ich langsam und kletterte die Leiter hinunter, „hast du das eben auch gesehen? Da hinten, am Waldrand?"

Stefan schob seinen Strohhut ein Stück nach oben, blickte hinüber zu den dunklen Bäumen, und über sein Gesicht legte sich ein seltsames, geheimnisvolles Lächeln.

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