
Sachbuch
Detektiv Maxim und die Gespensterhochzeit im Schortental — Das leuchtende Dorf, das es nicht mehr gibt
Mit KI erzeugtMitten im Schortental bei Eisenberg rollt Maxims Tennisball ins Unterholz — und am alten Wegweiser taucht ein Name auf, den niemand mehr kennt: Scortowe. Was hat es mit dem geheimnisvollen Wort auf sich, und warum soll hier nachts ein ganzes Dorf aus dem Nichts aufleuchten, voller Musik und Tanzender?
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Titelsong
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Es gibt Tage, an denen fängt ein Rätsel ganz harmlos an. Mit einem Tennisball zum Beispiel. Und mit mir, Detektiv Maxim, mitten in einem Waldtal, in dem es leise nach Moos, nach Sonne und nach frisch gemähtem Gras roch.
Ich stand an diesem Nachmittag auf dem Tennisplatz des Eisenberger Tennis Clubs. Der liegt nicht in der Stadt, sondern versteckt zwischen bewaldeten Hängen, mitten im sogenannten Schortental bei Eisenberg, das ist eine kleine Stadt in Thüringen, im Saale-Holzland-Kreis. Um mich herum ragten hohe Bäume auf, ihre Wipfel wiegten sich im Wind, und irgendwo zwischen den Stämmen plätscherte ein Bach. Der Eisenbach, wie ich später erfuhr. Er murmelte so gemütlich vor sich hin, als hätte er alle Zeit der Welt.
Ich muss ehrlich sein: Ich bin kein besonders guter Tennisspieler. Aber ich bin ein sehr gründlicher Detektiv, und deshalb hatte ich, wie immer, meine abgewetzte Umhängetasche griffbereit am Rand des Platzes liegen. Darin steckten mein Notizbuch, ein Bleistift und meine kleine runde Lupe. Zur Sicherheit trage ich eine zweite Lupe an einer Kordel um den Hals. Man weiß schließlich nie, wann man plötzlich etwas ganz genau betrachten muss.
Neben mir, auf dem obersten Pfosten des Zauns, saß Nuss. Nuss ist mein bester Freund, ein kleines, quirliges Eichhörnchen mit rotbraunem Fell und einem buschigen Schwanz, der immer ein bisschen zuckt, wenn Nuss etwas Spannendes wittert. Seine dunklen Knopfaugen verfolgten jeden meiner Aufschläge, als wäre das hier ein Wimbledon-Finale.
Und dann passierte es. Ich holte aus, schlug zu, und der Ball flog. Nur leider nicht dorthin, wo er hinsollte. Er segelte in einem hohen Bogen über den Zaun, weit hinaus, und verschwand mit einem leisen Rascheln im dichten Unterholz am Rand des Waldes.
„Na super", murmelte ich.
Nuss war schneller als jeder Gedanke. Er sprang vom Pfosten, huschte über Wurzeln und Steine und war schon zwischen den Farnen verschwunden, ehe ich überhaupt die Tasche geschultert hatte. Also folgte ich ihm, kletterte über den niedrigen Zaun und tauchte ein in das kühle Halbdunkel unter den Bäumen.
Es roch hier anders. Erdig, geheimnisvoll, ein bisschen wie in einer alten Bibliothek, nur eben aus Wald. Ich schob Zweige beiseite, suchte den Boden nach dem gelben Ball ab und hörte Nuss irgendwo vor mir aufgeregt schnattern. Als ich um einen mächtigen Baumstamm herumkam, saß er da, auf einer moosigen Wurzel, und deutete mit der Nase nicht etwa auf den Ball, sondern auf etwas ganz anderes.
Auf einen Wegweiser.
Es war ein alter, verwitterter Holzpfahl, halb von Efeu überwuchert, das Holz grau und rissig. Darauf stand, in verblassten Buchstaben, ein Wort, das ich noch nie gehört hatte. „Schortental", las ich langsam vor. Und darunter, kleiner, wie ein Flüstern aus einer anderen Zeit, ein zweites Wort: „Scortowe".
Ich blieb stehen. [pauses] Scortowe. Das klang überhaupt nicht deutsch. Es klang fremd, uralt, ein bisschen wie ein Name, der sich hinter der Hand weitergeben lässt. Ich sprach es noch einmal aus, ganz leise. „Scor-to-we." Und in genau diesem Moment kribbelte es mir im Nacken, so wie immer, wenn ein Fall beginnt.
Warum trug dieses stille Waldtal, in dem ich seit Wochen Tennis spielte, plötzlich einen so seltsamen zweiten Namen? Woher kam dieses fremde Wort? Und warum stand es auf einem so alten Schild, mitten im Nirgendwo, als hätte es jemand mit Absicht dort vergessen?
Ich zog mein Notizbuch heraus, nahm den Bleistift hinterm Ohr hervor und schrieb den Namen sorgfältig auf. Nuss hatte inzwischen den Tennisball wiedergefunden und ließ ihn vor meinen Füßen liegen, doch ich beachtete ihn kaum. Ein Detektiv erkennt einen Fall, wenn er ihm begegnet. Und dieser hier hatte gerade erst begonnen.
Ich wusste nur eines: Wenn ich herausfinden wollte, was es mit diesem Scortowe auf sich hatte, brauchte ich jemanden, der die alten Geschichten dieser Gegend kannte. Und zum Glück wusste ich genau, wen ich fragen musste.
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