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Cover: Das Flüstern der Rabenschlucht

Belletristik

Das Flüstern der Rabenschlucht

Mit KI erzeugt
MysteryKinderAb 12 Jahrenca. 40 Min.

Als Lena, Jonas, Melike und Ben auf ihrer Klassenfahrt im Mittelgebirge einem alten Wegweiser folgen, der auf keiner Karte verzeichnet ist, ahnen sie noch nicht, dass sie damit ein Geheimnis berühren, das seit Jahrzehnten auf sie gewartet hat. Tief im nächtlichen Wald, zwischen moosbewachsenen Felsen und dem Ruf der Käuze, beginnen sie Rätsel zu enträtseln, die größer sind als alles, was sie je erwartet hätten. Haben sie den Mut, der Rabenschlucht ihr Geheimnis zu entreißen?

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Ankunft an der Alten Linde

Kapitel 1 von 1 · gesamt 0:00 / 5:06

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Tempo
Schlummer

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Zum Mitlesen: Ankunft an der Alten Linde

Der Bus schnaufte die letzte Serpentine hinauf, und dann tauchte es zwischen den Tannen auf: ein altes Berghotel mit dunklen Holzbalken, krummen Fensterläden und einer riesigen Linde davor, deren Äste sich wie schützende Arme über das Dach legten. Ein verwittertes Schild knarrte im Wind. „Zur Alten Linde" stand darauf, in verschnörkelten Buchstaben, die schon viele Jahre gesehen hatten.

Lena presste die Nase ans Fenster. Ihre dunkelbraunen Locken hatte sie zu einem Zopf gebunden, doch ein paar Strähnen hatten sich schon wieder befreit. Über ihre Wangen zogen sich Sommersprossen, und ihre gelbe Regenjacke leuchtete im trüben Nachmittagslicht wie ein kleiner Sonnenfleck. „Seht ihr das?", [whispers] flüsterte sie und deutete zum Horizont. Dort, hinter dem Hotel, begann der Wald. Dunkel, dicht und still, stieg er die Hänge hinauf, bis er sich im Dunst verlor.

„Das ist nur ein Wald", sagte Jonas neben ihr, doch er rückte trotzdem seine runde Brille zurecht und schaute genauer hin. Seine kurzen blonden Haare standen vom langen Sitzen leicht ab, und auf seinem Schoß lag der prall gefüllte Rucksack, in dem es verdächtig nach Keksen roch. „Ein Wald mit ziemlich vielen Bäumen."

„Ein Wald mit Geheimnissen", verbesserte Ben von der Rückbank. Seine wuscheligen rotbraunen Haare quollen unter der leuchtend orangen Mütze hervor, und sein Grinsen reichte fast von einem Ohr zum anderen. „Ich hab gehört, da hinten spukt es. Mindestens. Vielleicht auch schlimmer."

Melike, die zwei Reihen weiter vorn saß, hob nur kurz den Blick von ihrem kleinen Notizbuch. Ihre langen schwarzen Haare fielen glatt über den grünen Kapuzenpullover, gehalten von einem schmalen Haarreif. „Woher willst du das gehört haben?", fragte sie ruhig. „Wir sind gerade erst angekommen." Ben öffnete den Mund, klappte ihn wieder zu und zuckte mit den Schultern.

Der Bus hielt mit einem Zischen. Herr Kavas stand auf, klopfte an die Kopfstütze und hob die Hand. Sein graumelierter Dreitagebart war ordentlich gestutzt, die Baseballkappe saß fest auf dem Kopf, und um den Hals baumelte seine silberne Trillerpfeife. „So, meine Lieben", sagte er mit einer Stimme, die freundlich war und trotzdem keinen Widerspruch duldete. „Bevor jemand losstürmt: erst die Zimmer, dann etwas essen, und Punkt eins der wichtigen Regeln: Der Wald bleibt bis auf Weiteres tabu. Ohne mich geht dort niemand hinein. Verstanden?"

„Verstanden", murmelte die Klasse im Chor, und Lena tauschte mit Ben einen Blick, der genau das Gegenteil bedeutete.

Drinnen roch es nach Holzfeuer, nach Bienenwachs und nach frisch gebackenem Kuchen. An der Rezeption stand eine ältere Frau mit weißem Haar, das zu einem festen Dutt gesteckt war. Über ihrem dunkelroten Wollpullover trug sie eine geblümte Schürze, und an einer Kette um ihren Hals hing ein alter Messingschlüssel, der bei jeder Bewegung leise klimperte. „Willkommen an der Alten Linde", sagte sie, und um ihre Augen tanzten unzählige feine Lachfältchen. „Ich bin Frau Holunder. Fühlt euch wie zu Hause – nur ordentlicher." [laughs softly]

Die vier Freunde bekamen zwei Zimmer nebeneinander, unter dem Dach, mit schrägen Wänden und Fenstern, die genau nach Osten zeigten. Genau dorthin, wo der Wald begann. Lena stellte ihre Tasche ab, ohne sie überhaupt auszupacken, und drückte sich sofort ans Fenster. Zwischen den Baumwipfeln erkannte sie einen Einschnitt im Hang, dunkler als alles andere, wie eine Falte in der Landschaft.

„Was ist das da?", fragte sie leise. Melike war neben sie getreten und blätterte in ihrem Notizbuch, in das sie schon während der Busfahrt Namen und Wegweiser gekritzelt hatte. „Auf dem Schild an der Rezeption stand ein Name", sagte sie langsam. „Rabenschlucht."

[pauses] Das Wort blieb in der Luft hängen, schwer und geheimnisvoll. Draußen kreiste ein einzelner Vogel über den Wipfeln, stieß einen rauen Ruf aus und verschwand. Ben pfiff durch die Zähne, Jonas schluckte, und Lena spürte, wie ein Kribbeln ihren Rücken hinaufkroch – dieses Kribbeln, das immer kam, kurz bevor etwas begann.

Sie ahnten noch nicht, dass sie am Abend eine Geschichte hören würden, die alles verändern sollte.

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