
Geschichte
Das Feuer der schwarzen Kunst
Mit KI erzeugtMainz, um das Jahr 1450: Der junge Geselle Konrad betritt eine verborgene Werkstatt, in der ein Meister an einem Geheimnis arbeitet, das die Welt für immer verändern wird. Doch das Wissen hat seinen Preis – und wer den Schweigeeid bricht, spielt mit mehr als nur seiner Zukunft.
Kostenlos reinhören: Der Eid im Hof zum Humbrecht
Der Eid im Hof zum Humbrecht
Kapitel 1 von 1 · gesamt 0:00 / 4:40
So geht die Geschichte weiter …
Noch ca. 34 Minuten warten auf dich. Registrier dich kostenlos und hör diese und alle anderen Geschichten in voller Länge — ohne Abo, ohne Kreditkarte.
Kostenlos registrieren & weiterhörenZum Mitlesen: Der Eid im Hof zum Humbrecht
Die Nacht roch nach Rauch und feuchtem Stein, als sie mich durch die engen Gassen von Mainz führten. Ich kannte diese Stadt kaum, ich war ein Fremder aus dem Rheingau, eine Waise ohne Namen, den man sich merken musste. Neunzehn Jahre zählte ich damals, hager und drahtig, mit dunkelbraunem Haar, das mir immer wieder in die Stirn fiel, sodass ich es hinter die Ohren strich. Über meiner linken Braue trug ich eine schwache Narbe, ein Andenken an eine Kindheit, die niemanden mehr kümmerte. In dieser Nacht kümmerte mich nur der Mann, der vor mir ging, eine Laterne in der Hand, und der kein Wort zu viel sprach.
Wir kamen an der Christuskirche vorbei, deren Türme sich schwarz gegen den Nachthimmel hoben, und bogen dann in einen Hof ein, den man leicht übersah. Der Hof zum Humbrecht, flüsterte mein Führer, und mehr sagte er nicht. Eine schwere Tür öffnete sich, und mit ihr strömte mir ein Geruch entgegen, wie ich ihn nie zuvor gerochen hatte. Es roch nach heißem Öl und nach Metall, nach Ruß und nach etwas Feuchtem, Herbem, das ich später als die haftende Tinte kennenlernen sollte. Und darunter, ganz fein, der Duft von Papier, gestapelt und geduldig, als warte es auf etwas Großes.
Im Inneren brannten nur wenige Kerzen. Schatten tanzten über Werkbänke, über Tiegel und Formen, über Dinge aus Blei und Holz, deren Zweck ich nicht erriet. Und dann trat er aus dem Halbdunkel, ein kräftig gebauter Mann um die fünfzig, mit breiten Schultern und einem vollen, ergrauenden Bart. Über seiner hohen Stirn war das graue Haar schütter geworden. Seine Haut war blass und faltig, doch seine Augen waren wach, und seine Fingernägel, das sah ich sogar im Kerzenlicht, waren schwarz wie Pech. Er trug einen dunklen, abgetragenen Wollmantel und an seiner Seite eine schwere Ledertasche.
„Du bist der Junge aus dem Rheingau", sagte Johannes Gutenberg. Es war keine Frage. Er musterte mich lange, als wolle er in mir lesen wie in einem beschriebenen Blatt. „Man sagt, du hast geschickte Hände und einen festen Mund. Beides brauche ich. Das eine für die Arbeit. Das andere für alles Übrige."
Ich nickte, weil mir die Kehle zu trocken war zum Sprechen. Er trat näher und legte mir eine seiner tintenschwarzen Hände auf die Schulter, schwer und warm.
„Was du hier siehst, bleibt hier. Was du hier lernst, verrätst du keinem Menschen, nicht dem Freund, nicht der Liebsten, nicht dem Priester in der Beichte. Es gibt Männer in dieser Stadt, die viel dafür gäben, zu wissen, was in diesen vier Wänden geschieht. Und es gibt Männer, die viel dafür gäben, dass es niemals geschieht. Schwörst du?"
Ich hob die Hand, wie man es mich geheißen hatte, und ich schwor. Ich schwor bei meiner Seele und bei meinem Handwerk, zu schweigen über alles, was mir in diesem Hof anvertraut würde. Meine Stimme klang fremd in dem stillen Raum, und doch war mir, als besiegelte ich mit diesen Worten mein ganzes künftiges Leben. [sighs]
Gutenberg nahm die Kerze und führte mich zu einer Sache, die im hintersten Winkel stand, halb verhüllt von einem groben Tuch. Er zog das Tuch fort, und da stand sie, aus Holz und Eisen gefügt, mit einer großen Spindel und einem schweren Balken, geduldig und stumm wie ein schlafendes Tier. Ich wusste nicht, was ich sah. Ich wusste nur, dass mein Herz schneller schlug.
„Das", sagte der Meister leise, und seine Stimme trug einen Stolz, der beinahe wie Furcht klang, „ist die Presse. Mit ihr werden wir das Wort Gottes vervielfältigen, so oft, wie kein Schreiber es in tausend Jahren vermöchte."
Ich starrte auf das dunkle Holz und ahnte nicht, wie viel Hoffnung und wie viel Verrat sich um diese Maschine ranken würden. Doch schon in dieser ersten Nacht spürte ich, dass ich einen Weg betreten hatte, von dem es keine Umkehr mehr gab.
… weiterlesen und weiterhören nach der kostenlosen Registrierung.
Oder erschaffe deine eigene Geschichte
Wie „Das Feuer der schwarzen Kunst“, nur ganz nach deinem Geschmack — du sagst, worauf du Lust hast, den Rest machen wir.