
Belletristik
Das Geheimnis der verschwundenen Buchstaben
Mit KI erzeugtIn der Bibliothek der Sonnenblumen-Schule fehlen plötzlich Buchstaben – einfach so, mitten aus den Büchern heraus. Die achtjährigen Detektive Lasse und Merle finden winzige Spuren und beschließen, sich nachts auf die Lauer zu legen. Was sie kurz vor Mitternacht zwischen den Regalen entdecken, werden sie so schnell nicht vergessen.
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Die Buchstaben sind weg
Kapitel 1 von 1 · gesamt 0:00 / 3:24
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In der Sonnenblumen-Schule gab es einen ganz besonderen Ort. Es war die alte Bibliothek, ganz oben unter dem Dach. Dort standen hohe Regale voller Bücher, so viele, dass man sie kaum zählen konnte. Der Boden war aus altem Holz, und wenn man darüber lief, dann knarrte und knackte es leise unter den Füßen. In der Mitte lag ein weicher Leseteppich, und über ihm leuchtete eine große Leselampe, warm und golden wie ein kleiner Mond.
An diesem Nachmittag kamen zwei Kinder die Treppe hinaufgestapft. Voran lief Lasse. Er war acht Jahre alt und hatte kurze, rotbraune Wuschelhaare, die in alle Richtungen standen. Auf seiner Nase saßen kleine Sommersprossen, und er trug eine gelbe Kapuzenjacke, eine blaue Jeans und rote Turnschuhe. In seiner Hosentasche steckte, wie immer, eine kleine Taschenlampe.
Hinter ihm kam Merle. Sie war auch acht Jahre alt und hatte dunkle Locken, die zu zwei Zöpfen geflochten waren. Sie trug eine grüne Latzhose und ein weißes T-Shirt, und auf ihrer Nase saß eine runde Brille. Unter dem Arm hielt sie ihr Notizbuch, auf dem bunte Blumen gemalt waren. Merle liebte Bücher über alles.
„Da seid ihr ja endlich!", rief eine freundliche Stimme. Das war Frau Federmann, die Bibliothekarin. Sie war etwa sechzig Jahre alt und hatte graues Haar, das zu einem lockeren Dutt gesteckt war. Um ihre Augen tanzten viele Lachfältchen. Doch heute sah sie ein bisschen bekümmert aus. Sie trug ihren langen blauen Strickpullover, ihre Lesebrille an einer Perlenkette und weiche Filzpantoffeln.
„Kinder", sagte sie leise, „mit meinen Büchern stimmt etwas nicht."
Lasse und Merle kamen näher. „Was ist denn passiert?", fragte Merle.
Frau Federmann nahm ein dickes Buch aus dem Regal und schlug es auf. „Schaut selbst", sagte sie. Und tatsächlich: Mitten auf der Seite fehlten Buchstaben. Wo einst ein A gestanden hatte, war nur noch ein kleines Loch. Wo ein O gewesen war, gähnte eine winzige Lücke.
„Und es ist nicht nur dieses eine Buch", [sighs] seufzte Frau Federmann. Sie zog ein zweites heraus und ein drittes. Überall dasselbe. Kleine Löcher, dort, wo einmal Buchstaben gewohnt hatten. „Jeden Morgen fehlen wieder welche. Ich verstehe es einfach nicht."
Lasse machte große Augen. „Das ist ja ein echtes Rätsel", flüsterte er.
Merle klappte sofort ihr Blumen-Notizbuch auf und holte einen Stift heraus. „Ein Rätsel", sagte sie feierlich, „müssen wir lösen."
„Das könnt ihr wirklich?", fragte Frau Federmann und lächelte zum ersten Mal an diesem Tag.
„Na klar!", rief Lasse und reckte das Kinn. „Wir sind schließlich Detektive."
Vorsichtig beugten sich die beiden über die Bücher. Merle fuhr mit dem Finger über eine der kleinen Lücken. „Ganz sauber ausgeschnitten sind sie nicht", murmelte sie. „Eher... angeknabbert."
Lasse steckte die Nase ganz nah an die Seite. „Wer knabbert denn an Buchstaben?", fragte er staunend.
Die beiden Kinder sahen sich an. [pauses] In ihren Augen begann ein kleines Feuer zu glühen, das Feuer der Neugier. Draußen wurde es langsam Abend, und die Regale warfen lange Schatten über den Teppich. Irgendwo hier, zwischen all den Büchern, wartete ein Geheimnis darauf, entdeckt zu werden. Und Lasse und Merle wollten es finden.
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