
Belletristik
Fussel und das leise Kind
Mit KI erzeugtMarle ist das stillste Kind auf dem Ferienhof Sonnenwiese. Alle anderen lachen, rufen und rennen – nur Marle steht am Zaun und schaut auf ein kleines, rundliches Pony, das sich um niemanden schert. Was die beiden verbindet, ist das größte Geheimnis der ganzen Ferienwoche.
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Ankunft auf der Sonnenwiese
Kapitel 1 von 1 · gesamt 0:00 / 3:12
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Ein alter Bus rumpelte über einen holprigen Weg. Rechts und links standen grüne Wiesen. Kühe schauten dem Bus hinterher und kauten langsam. Dann bog der Bus um eine Ecke, und da war er: der Ferienhof Sonnenwiese.
Ein großes Holztor stand weit offen. Dahinter lag ein staubiger Reitplatz. Ein alter Apfelbaum warf seinen Schatten auf das Gras. Und über allem lag ein warmer Geruch nach Heu und Sommer.
Kaum hielt der Bus, sprangen die Kinder heraus. Sie riefen und lachten alle durcheinander. Sie rannten kreuz und quer über den Hof. "Guck mal, ein Stall!", rief ein Junge. "Ich will sofort reiten!", rief ein Mädchen. Der ganze Hof war voller Stimmen und Gelächter und Getrappel.
Nur ein Kind blieb stehen. Ganz am Rand, dicht neben dem Bus. Das war Marle. Marle war sieben Jahre alt. Sie hatte dünne rotbraune Zöpfe mit kleinen Spangen. Ihre Haut war blass und voller Sommersprossen. Sie trug eine gelbe Regenjacke, die viel zu groß war, und grüne Gummistiefel. In ihren Armen hielt sie ein kleines Stofftier-Häschen. Und sie drückte es ganz, ganz fest.
Marle sagte kein Wort. Die anderen Kinder lachten und riefen, und Marle stand da und schaute nur zu. Sie wollte so gern mitmachen. [sighs] Aber die Worte blieben einfach in ihrem Hals stecken.
Da kam eine Frau über den Hof. Sie war kräftig und hatte kurze graublonde Locken. Ihre Haut war sonnengebräunt. Sie trug ein kariertes Hemd, eine alte Jeans und braune Stiefel. In ihrer Hosentasche steckten ein paar Möhrenstücke.
"Herzlich willkommen auf der Sonnenwiese!", rief die Frau und breitete die Arme aus. "Ich bin Bea. Und das hier ist euer Zuhause für die ganze Woche."
Alle Kinder jubelten. Bea zeigte ihnen den Stall. Sie zeigte ihnen die große Koppel. Sie zeigte ihnen den Apfelbaum und den Reitplatz. "Hier gibt es Ponys", sagte Bea, "und jedes von euch bekommt ein eigenes Pony zum Kennenlernen." Die Kinder klatschten und riefen wieder durcheinander.
Marle ging ganz hinten mit. Sie sagte nichts. Sie hielt ihr Häschen fest und schaute sich alles mit großen Augen an.
Dann sah sie etwas am Zaun der Koppel. Dort stand ein Pony. Es war klein und rundlich und braun. Seine Mähne war zottelig und hell und hing ihm über die Augen. Auf der Nase hatte es eine weiße Blesse. Sein Bauch war dick, seine Beine waren kurz. Und im Maul kaute es ganz gemütlich auf einem Grashalm.
Rundherum riefen die Kinder. Sie klopften an den Zaun. Sie machten Lärm. Aber das Pony beachtete sie nicht. Es kaute einfach weiter und schaute in die Ferne, als wäre es ganz allein auf der Welt.
[pauses] Marle blieb stehen und sah das Pony an. "Das ist Fussel", sagte Bea leise neben ihr. "Fussel macht immer nur, was Fussel will."
Marle sagte nichts. Aber irgendwie fühlte sie etwas Warmes in ihrem Bauch. Denn dieses Pony stand auch am Rand. Ganz still. Ganz für sich. Genau wie sie.
Und Marle ahnte noch nicht, dass genau dieses Pony ihre ganze Ferienwoche verändern würde.
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