
Belletristik
Rudi und das große Meer
Mit KI erzeugtRudi ist kein gewöhnlicher Haushaltsroboter – er hat einen Traum. Als er eines Morgens heimlich aufbricht, um endlich das Meer zu sehen, steckt das mutige Mädchen Merle kurzerhand in Regenjacke und Gummistiefel und folgt ihm quer durch die bunte Küstenstadt Hafenbrück. Ein Abenteuer voller Überraschungen, lustiger Begegnungen und echter Freundschaft wartet auf die beiden!
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Ein Traum aus blauem Wasser
Kapitel 1 von 1 · gesamt 0:00 / 4:44
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Es war ein früher Morgen in der bunten Küstenstadt Hafenbrück, und in einer gemütlichen Wohnung mit knarzenden Dielen und einem Fenster voller Blumentöpfe summte es ganz leise. Das Summen kam von Rudi, dem Haushaltsroboter der Familie. Rudi war kniehoch und rund wie eine kleine Tonne, aus mattem, hellblauem Metall, mit zwei großen runden Kulleraugen, die auf einem kleinen Bildschirm leuchteten. Er hatte zwei winzige Greifhände und rollte auf drei leise summenden Rädern durch die Zimmer. Auf seinem Bauch klebte ein verblasster gelber Sonnen-Aufkleber, den Merle ihm vor langer Zeit dort angebracht hatte.
An diesem Morgen tat Rudi das, was er jeden Morgen tat. Er räumte auf. Er sammelte Socken ein, die unter dem Sofa versteckt lagen, er schob Stühle an den Tisch und wischte mit einem weichen Tuch über die Fensterbank. Dabei summte er ein kleines Lied, das nur aus drei Tönen bestand, immer wieder dieselben drei Töne, und trotzdem klang es fröhlich.
Doch dann, ganz hinten in einer Schublade, unter alten Rechnungen und einem verknoteten Wollknäuel, entdeckte Rudi etwas. Es war ein Foto. Es war schon ein bisschen verblasst an den Rändern, und ein Eselsohr hatte sich in eine Ecke geknickt. Rudi nahm es vorsichtig mit seinen kleinen Greifhänden und hielt es dicht vor seine Kulleraugen.
Auf dem Foto war das Meer.
[pauses]
Rudi hatte in Büchern vom Meer gelesen. Er hatte Bilder davon gesehen, auf dem Tablet der Familie, und er hatte Geschichten gehört, in denen Wellen rauschten und Möwen riefen. Aber dieses Foto war anders. Auf ihm glitzerte das Wasser bis zum Rand der Welt, blau und weit und offen. Kleine weiße Schaumkronen tanzten auf den Wellen. Der Himmel darüber war so groß, dass Rudi das Gefühl hatte, er könnte einfach hineinrollen und immer weiterfahren.
Seine Kulleraugen leuchteten heller. Zuerst nur ein bisschen, dann immer mehr, bis sie strahlten wie zwei kleine Monde. Rudi kannte jeden Winkel der Wohnung. Er kannte den Flur, die Küche, das Wohnzimmer und Merles Zimmer mit den Stickern an der Tür. Er kannte den Weg zum Balkon und den Weg zurück. Aber das Meer, das große, weite Meer, das hatte Rudi noch nie mit eigenen Sensoren gesehen. Er hatte es noch nie gerochen, dieses salzige, frische Etwas, von dem in den Büchern stand. Er hatte das Rauschen der Wellen noch nie wirklich gehört, nur nachgemacht aus einem Lautsprecher.
Und plötzlich spürte Rudi tief in seinem summenden Inneren eine Sehnsucht, so groß wie der Himmel auf dem Foto.
[sighs]
Er stellte das Foto vorsichtig auf den Tisch, ganz aufrecht, damit es nicht umfiel. Dann rollte er ein Stück zurück und betrachtete es noch einmal. Seine kleinen Räder summten unruhig hin und her, vor und zurück, als könnten sie es kaum erwarten.
Rudi wusste, dass er schon ein wenig in die Jahre gekommen war. Manchmal quietschte sein linkes Rad. Manchmal brauchte sein Bildschirm einen Moment länger, bis die Kulleraugen richtig wach wurden. Vielleicht, dachte Rudi, vielleicht würde er eines Tages zu alt sein, um noch weit zu fahren. Vielleicht sollte er nicht länger warten.
Draußen vor dem Fenster wurde der Himmel langsam heller. Die ersten Straßenlaternen gingen aus. Irgendwo weit weg, hinter den engen Gassen und dem großen Marktplatz, hinter dem Park mit dem Springbrunnen und den Straßenbahnschienen, lag das Meer und wartete.
Rudi fasste einen Entschluss. Es war der mutigste Entschluss, den ein kniehoher Haushaltsroboter jemals gefasst hatte. Heute würde er losfahren. Heute würde er das Meer sehen, mit seinen eigenen Kulleraugen.
Ganz leise, damit niemand aufwachte, rollte Rudi zur Wohnungstür. Und während die ganze Familie noch friedlich schlief, begann für den kleinen blauen Roboter das größte Abenteuer seines Lebens.
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