
Sachbuch
Detektiv Maxim und die Nebelfrau von Hainspitz — Das Floß mit der hölzernen Dame
Mit KI erzeugtMitten im Morgennebel entdeckt Detektiv Maxim auf dem Hainspitzer See ein Floß — und darauf eine lebensgroße Frau aus Holz. Was hat sie mit dem Geist einer unglücklichen Ritterstochter zu tun, der angeblich jede Herbstnacht über das Wasser schwebt? Maxim klappt sein Notizbuch auf und taucht ein in eine Welt aus Wasserburgen, fahrenden Harfnern und uralten Sagen.
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Titelsong
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Wisst ihr, es gibt Morgen, die riechen nach Abenteuer, noch bevor man richtig wach ist. Dieser hier roch nach feuchtem Gras, nach Schilf und ein kleines bisschen nach dem Pausenbrot, das ich mir schon am Vorabend geschmiert hatte. Ich heiße Maxim, ich bin elf Jahre alt, und wenn ihr mich seht, erkennt ihr mich sofort: kurzes, dunkelbraunes Haar, das immer ein bisschen zerzaust in die Stirn fällt, ein paar Sommersprossen auf der Nase und ein sandfarbener Trenchcoat, den ich sogar zum Angeln anziehe. Um den Hals trage ich eine kleine runde Lupe an einer Kordel, hinterm Ohr steckt ein Bleistift, und in meiner abgewetzten Umhängetasche wartet mein Notizbuch auf den nächsten Fall. Denn falls ich es noch nicht erwähnt habe: Ich bin Detektiv. Sagenforscher, um genau zu sein.
An diesem Morgen war ich allerdings gar nicht auf der Suche nach einem Rätsel. Ich war zu Besuch bei meinem Cousin, der im Nachbarort Hainspitz wohnt, gleich neben Eisenberg im Holzland. Er ist zwölf, ein gutes Stück kräftiger als ich, hat kurzes blondes Haar und noch mehr Sommersprossen als ich. An diesem Morgen trug er Gummistiefel, eine grüne Anglerweste mit tausend kleinen Taschen und eine ausgebeulte Mütze, die aussah, als hätte sie schon manchen Regenschauer erlebt. Er hatte mich zum Angeln eingeladen, an den Hainspitzer See, und ich hatte natürlich sofort Ja gesagt.
Über dem Wasser lag Frühnebel. Nicht dick wie eine Suppe, eher wie ein dünner, weißer Schleier, der langsam über die Oberfläche wanderte. Unsere Angeln waren längst ausgeworfen, die Schwimmer wippten friedlich auf den kleinen Wellen, und wir warteten. Angeln, das muss man wissen, ist zu neunundneunzig Teilen Warten und zu einem Teil Aufregung. Genau dieser eine Teil hält einen bei der Stange.
Neben mir turnte Nuss über die Uferwurzeln. Nuss ist mein treuer Begleiter, ein kleines, quirliges Eichhörnchen mit rotbraunem Fell, buschigem Schwanz und dunklen Knopfaugen, die einfach alles bemerken. Er hüpfte von Stein zu Stein, schnupperte am Schilf und tat so, als wäre er ebenfalls auf der Jagd nach einem besonders dicken Fisch. In Wahrheit interessierte er sich eher für die Haselnuss in meiner Manteltasche.
Und dann geschah etwas, das mich mitten in meiner Ruhe erwischte. Der Nebel teilte sich für einen Moment, so, als hätte jemand einen Vorhang zur Seite geschoben. Und da, mitten auf dem Wasser, sah ich es.
Ein Floß. Ein einfaches, flaches Floß aus Holzbohlen, das ruhig auf dem See trieb. Aber nicht das Floß ließ mich den Atem anhalten. Auf ihm stand eine Frau. Eine lebensgroße Frau, reglos, aufrecht, mit langem Haar und einem langen Gewand. Für einen Herzschlag lang dachte ich wirklich, dort stünde ein Mensch mitten auf dem See. Doch dann sah ich es genauer: Die Frau bewegte sich nicht, kein bisschen, nicht einmal ihr Kleid flatterte im Morgenwind. Sie war aus Holz. Jemand hatte sie geschnitzt, kunstvoll und sorgfältig, und mitten auf den Hainspitzer See gesetzt.
[pauses]
Mein Detektivherz machte einen kleinen Sprung. Ich griff nach meiner Lupe, obwohl sie mir aus dieser Entfernung natürlich gar nichts nützte, und stupste meinen Cousin an. „Sag mal", flüsterte ich, „was hat das zu bedeuten? Warum steht da eine hölzerne Frau auf einem Floß mitten auf dem Wasser?"
Mein Cousin folgte meinem Blick, kniff die Augen zusammen und schob die Mütze in den Nacken. Dann zuckte er nur mit den Schultern. „Keine Ahnung", sagte er. „Die ist einfach da. War schon immer da, glaub ich." Und damit wandte er sich wieder seiner Angel zu, als wäre das die normalste Sache der Welt.
Für mich aber war es alles andere als normal. Eine hölzerne Frau, die still über einen nebligen See treibt, und niemand weiß, warum? Genau solche Fragen kann ich nicht einfach liegen lassen. Ich zog mein Notizbuch hervor, schlug eine leere Seite auf und schrieb ganz oben: Der Fall der Holzfrau. Was ich damals noch nicht ahnte, war, dass mein Cousin doch etwas wusste [sighs] — nur eben eine ganz andere Geschichte.
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