
Sachbuch
Detektiv Maxim und das Gespenst im Kesselholz — Das kalte Leuchten in der Elsteraue
Mit KI erzeugtIm feuchten Waldstück zwischen Tauchlitz und Silbitz soll früher ein Graumännchen sein Unwesen getrieben haben — mit geisterhaften Lichtern, die Wanderer in die Irre lockten. Detektiv Maxim, sein Freund Oskar und das schlaue Eichhörnchen Nuss folgen der alten Sage auf einer Sommerradtour entlang der Weißen Elster. Was sie im Kesselholz entdecken, ist keine Gruselgeschichte — sondern ein cleveres Rätsel aus Natur, Geschichte und Menschenwitz.
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Titelsong
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Es gibt Tage, die riechen schon am Morgen nach Abenteuer. Dieser hier roch nach warmem Stroh, nach Sonnencreme und nach frisch geöltem Fahrradkettenöl, und genau das ist, wenn du mich fragst, der beste Geruch der Welt.
Ich heiße Maxim, und wenn irgendwo ein Rätsel in der Luft liegt, dann spüre ich das ungefähr so zuverlässig wie andere Leute ein Gewitter in den Knochen. An diesem Ferienmorgen stand ich im Hof des Ritterguts Nickelsdorf, einem uralten Dreiseitenhof, der schon fast vierhundert Jahre auf dem Buckel hat. Drei lange Gebäude bilden dort ein großes, offenes Viereck, in dessen Mitte man sich vorkommt wie in einer kleinen, sonnigen Burg. Ich trug meinen sandfarbenen Trenchcoat, obwohl es warm war, denn ein Detektiv ohne Mantel ist wie ein Eichhörnchen ohne Schwanz. Meine kleine runde Lupe baumelte an einer Kordel um meinen Hals, der Bleistift steckte hinterm Ohr, und in der abgewetzten Umhängetasche wartete mein Notizbuch auf den ersten Fall dieser Ferien.
Neben mir schob Oskar sein Rad aus dem Schatten. Oskar ist elf, genau wie ich, hat struppige blonde Haare, die aus jeder Mütze herausquellen, und blaue Augen, die immer aussehen, als würden sie gleich etwas Freches sagen. Auf dem Kopf saß seine ausgeblichene rote Basecap, dazu ein grünes T-Shirt, kurze Hosen und Turnschuhe, in denen man vermutlich durch einen ganzen Fluss waten könnte, ohne dass es ihn störte. „Also los, Herr Detektiv", sagte er grinsend. „Heute wird nur geradelt, nichts ermittelt. Versprochen?"
Ich versprach gar nichts. Denn im Korb an meinem Lenker saß bereits der wichtigste Teil unserer kleinen Truppe: Nuss, mein Eichhörnchen. Ein rotbraunes Fellknäuel mit buschigem Schwanz, hellen Pinseln an den Ohren und dunklen Knopfaugen, die alles sehen. Nuss reist am liebsten im Fahrradkorb, mit den Vorderpfoten am Rand, die Nase im Fahrtwind, als wäre sie die Kapitänin eines Schiffs.
Wir rollten los, hinaus aus dem Hoftor, hinein in einen Sommermorgen, der einfach nur schön sein wollte. Unser Weg führte uns hinunter ins Tal der Weiße Elster, eines Flusses, der sich durch das Saale-Holzland windet, mal breit und träge, mal schmal und plaudernd. Links und rechts standen Wiesen voller Klee, Bienen brummten, und die Reifen sangen ihr leises Summen auf dem Asphalt. Nuss schnupperte, Oskar pfiff, und ich dachte, es könne kaum besser werden.
Da wurde es besser.
Zwischen zwei Dörfern, deren Namen Tauchlitz und Silbitz auf einem Schild standen, veränderte sich plötzlich die Luft. Sie wurde kühler, feuchter, ein bisschen erdig, so wie es riecht, wenn man einen Stein umdreht, unter dem lange kein Sonnenstrahl war. Vor uns duckte sich ein Waldstück an den Fluss, dunkler als die anderen, dichter, mit Bäumen, deren Füße im Wasser zu stehen schienen. Über dem Boden hing ein feiner Dunst, als hätte der Wald sich eine dünne Decke übergezogen.
Ich bremste. Oskar bremste auch, weil ich bremste, und Nuss richtete sich im Korb auf und stellte die Ohren.
Am Wegrand stand ein alter, wettergrauer Wegweiser. Das Holz war rissig, die Schrift verblasst, aber lesbar. „Kesselholz" stand dort in altmodischen Buchstaben. Nur ein Wort. Kein Pfeil zu einem Ausflugslokal, kein netter Wanderhinweis. Einfach nur dieser eine, seltsame Name, der irgendwie in meinen Ohren klang wie das Deckelklappern eines großen, brodelnden Topfes.
[pauses] „Kesselholz", wiederholte ich leise und zog wie von selbst den Bleistift hinterm Ohr hervor.
Oskar stöhnte gespielt. „Ich wusste es. Genau eine Minute hat dein Versprechen gehalten."
Aber ich hörte kaum hin. Ich betrachtete den dunklen Wald, den Dunst, das eigenartig muldenförmige Gelände dahinter, und in meinem Kopf begann jene kleine Glocke zu läuten, die immer läutet, wenn ein Ort ein Geheimnis hütet. Warum hieß dieses Holz ausgerechnet Kesselholz? Warum wirkte es so anders als alles ringsum?
[sighs] Ich ahnte noch nicht, dass uns gleich jemand die erste, uralte Antwort erzählen würde — und dass sie nach einem Gespenst klingen sollte.
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